Sachertorte

Der Klassiker mit Schokoladenbiskuit und Aprikosenkonfitüre umhüllt von dunkler Schokoladenganache.

Jedes Jahr veranstalten meine Kollegen der Nachbarabteilung einen Torten-Wettbewerb. Letztes Jahr wurde der beste Frankfurter Kranz prämiert, und in diesem Jahr geht es um die Sachertorte. Da die Kollegen mitbekommen haben, dass ich gerne backe, war ich herzlich eingeladen, auch meinen Beitrag einzureichen. Das ganze läuft so: Jeder Teilnehmer bekommt ein Zeitfenster von ca. 2-3 Wochen zum Mitbringen seiner Sachertorte zugewiesen. Das heißt alle 2-3 Wochen gibt es eine neue Torte, die von allen Teilnehmern verköstigt und nach Aussehen und Geschmack bewertet wird. Obwohl wir weit davon entfernt sind, Backprofis zu sein und auch sonst nicht gerade in einem handwerklich-kreativen Umfeld arbeiten (sondern im eher nüchtern-naturwissenschaftlichen Bereich), wird der Torten-Wettbewerb ziemlich ernst genommen. Die Konkurrenz ist also hart, aber so ein Wettbewerb macht natürlich viel mehr Spaß, wenn alle mit der notwendigen Portion Ehrgeiz an die Sache herangehen.

Für mich war der Wettbewerb ein bißchen wie ein Sprung ins kalte Wasser, da ich die (unveganen) Torten der anderen nicht probiert habe und mir daher der Vergleich fehlt. Trotzdem war ich zuversichtlich, die Tester mit meiner Sachertorte überzeugen zu können. Das Rezept stammt aus dem Backbuch „Vegan Chocolate“ von Fran Costigan, einer professionellen Konditorin mit einer Leidenschaft für dekadente vegane Schokoladendesserts. Die Sachertorte besteht aus zwei Biskuitböden, die mit Aprikosenkonfitüre und einer Schokoladenganache gefüllt und anschließend mit der übrigen Ganache umhüllt werden.

Die beiden Biskuitböden habe ich nacheinander an zwei verschiedenen Tagen gebacken. Sie hatten eine richtig gute Konsistenz – saftig, aber nicht zu feucht. Die Herstellung der Schokoladenganache war auch easy going, der trickreiche Part war es aber, die Torte gleichmäßig mit der Ganache zu umhüllen. Solange die Ganache noch recht heiß ist, läuft sie an den Seiten herunter, so dass ich sie mehrfach mit einem Löffel wieder nach oben streichen musste. Mit zunehmender Abkühlzeit wird sie dickflüssiger und bleibt an den Rändern gut haften, aber jede Korrektur mit dem Spatel kann den schönen Glanz der Ganache beeinträchtigen. Die anderen Teilnehmer hatten offensichtlich mit dem gleichen Problem zu kämpfen, denn obwohl meine Ganache alles andere als gleichmäßig war, gab es viel positives Feedback zum Aussehen der Torte.

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Ich war ein bißchen aufgeregt, als ich die Torte angeschnitten habe, da manche veganen Kuchen zum Bröseln neigen. Bei dieser Torte war das aber überhaupt nicht der Fall, das Schnittbild war ganz exakt und einfach nur perfekt.

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Und wie sieht nun die Gesamtbewertung aus? Ein erstes Feedback habe ich schon bekommen: „Ein sehr gelungener Kuchen“. Mein Chef, dem ich ein Stück reserviert hatte, hat der Torte auf jeden Fall volle Punktzahl gegeben 🙂 .

Zutaten (für eine Torte mit einem Durchmesser von 23 cm):

Für das Biskuit (zweimal machen, da die Torte aus zwei Böden besteht):

  • 134 g ( 1 Cup) Mehl (Type 550)
  • 31 g (¼ Cup + 1 EL) Kakaopulver (ungesüßt)
  • 50 g (¼ Cup) fein gemahlener Rohrohrzucker oder Puderzucker
  • 1 TL Weinsteinbackpulver
  • 1 TL Natron
  • ½ gestrichener TL Salz
  • 55 g (¼ Cup) Rapsöl + mehr zum Einölen der Springform
  • 158 g (½ Cup) Ahornsirup Grad B (oder Grad C für einen etwas herberen Geschmack oder Grad A für mehr Süße)
  • 200 g (¾ Cup + 2 EL) Sojamilch
  • 1½ TL Vanilleextrakt
  • ½ TL Schokoladenextrakt (optional)
  • 1 TL Apfelessig
  1. Eine 23 cm-Springform mit Backpapier auslegen und die Ränder mit etwas Rapsöl einölen. Den Backofen auf 180 °C vorheizen.
  2. Für die trockenen Zutaten Mehl, Kakaopulver, Zucker, Backpulver, Natron und Salz in eine mittelgroße Schüssel sieben und die Mischung mit einem Löffel nochmal kurz umrühren.
  3. Für die feuchten Zutaten Rapsöl, Ahornsirup, Sojamilch, Extrakte und Apfelessig in einer zweiten Schüssel mit einem Schneebesen verrühren, bis sich die Zutaten vollständig miteinander verbunden haben. Die Mischung rasch zu den trockenen Zutaten gießen und alles mit dem Schneebesen gerade so lange rühren, bis ein glatter Teig entsteht (nicht zu lange rühren).
  4. Den Teig in die vorbereitete Springform gießen und die Springform leicht auf die Arbeitsfläche klopfen, um Luftblasen zu entfernen. Auf der mittleren Schiene ca. 28-32 Minuten lang backen, bis an einem hineingesteckten Stäbchen kein Teig mehr kleben bleibt.
  5. Den Biskuitboden auf einem Kuchenrost ca. 5 Minuten lang abkühlen lassen, dann mit einem kleinen Messer am Rand der Springform entlangfahren, den Kuchen aus der Springform lösen und auf einen großen flachen Teller oder einen Kuchenheber stürzen. Vorsichtig das Backpapier abziehen und den Kuchen mit der Oberseite nach oben zurück auf den Kuchenrost überführen. Vollständig abkühlen lassen und bis zur weiteren Verwendung im Kühlschrank aufbewahren.

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Für die Schokoladenganache:

  • 227 g hochwertige Zartbitterschokolade (70 – 72 % Kakaoanteil) (die Schokolade sollte pur sehr gut schmecken, da die Ganache hauptsächlich nach der verwendeten Schokolade schmeckt)
  • 315 g (1¼ Cups) Sojamilch
  • 2 EL (18 g) Rohrohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1¼ TL Vanilleextrakt
  • 2 TL vegane Butter (Originalrezept: mildes Olivenöl)
  1. Die Schokolade fein hacken und in eine hitzebeständige Schüssel geben.
  2. Die Sojamilch zusammen mit dem Zucker und Salz in einem kleinen Topf aufkochen, dabei immer wieder umrühren.
  3. Sobald die Sojamilch aufgekocht ist, diese in die Schüssel zu der Schokolade gießen und darauf achten, dass alle Schokoladenstücke komplett mit Sojamilch bedeckt sind. Die Schüssel mit einem Teller abdecken und 4 Minuten ungestört stehen lassen.
  4. Den Vanilleextrakt und die Butter oder das Öl zugeben und die Schokoladenmilch mit einem Schneebesen kreisförmig von innen nach außen rühren, bis die Schokolade komplett geschmolzen und die Mischung glatt und glänzend ist (nicht zu lange rühren, da die Ganache sonst ihren schönen Glanz verlieren kann).
  5. Die Ganache ca. 10 Minuten lang bei Raumtemperatur stehen lassen und anschließend durch ein Sieb in eine Schüssel gießen. Damit die Ganache schneller durch das Sieb läuft, kann sie mit einem Löffel langsam gerührt werden.
  6. Die Ganache bei Raumtemperatur etwa 15 Minuten weiter abkühlen lassen. Vor dem Füllen der Sachertorte mit einem Schneebesen nochmal kurz umrühren.

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Für die Zusammensetzung der Torte:

  • 100 g (⅓ Cup) Aprikosenkonfitüre (70 % Frucht)
  • Dunkle Kuchenglasur zum Schreiben des Wortes „Sacher“ (optional)
  • Schokoladendekor (optional)
  1. Den ersten Biskuitböden mit der Oberseite nach oben auf eine Tortenplatte legen. Ein paar Streifen Backpapier unter den Rand des Biskuits schieben, damit die Schokoladenganache nicht auf die Tortenplatte tropft. Den zweiten Boden (ebenfalls mit der Oberseite nach oben) auf einen großen flachen Teller oder einen Kuchenheber legen.
  2. Auf beide Böden jeweils eine dünne Schicht der Ganache verstreichen. Die Ganache möglichst bis ganz an den Rand streichen (weiter als ich das im Foto oben gemacht habe), dann ist die Umhüllung der Torte mit der Ganache später leichter. Einige Minuten warten, bis die Ganache leicht angetrocknet ist.
  3. Die Aprikosenkonfitüre gleichmäßig auf der Ganache des ersten Biskuits verstreichen. Den zweiten Boden mit der Ganache-Seite nach unten auf den ersten Boden legen.
  4. Dann die Torte mit der Ganache umhüllen: Ca. ⅔ der Ganache in die Mitte über die Torte gießen und mit einem Spatel gleichmäßig bis über den Rand der Torte streichen, so dass die Ganache an den Seiten herunterläuft. Die Ganache auf den Seiten der Torte verstreichen. Das klappt auch sehr gut mit der Rückseite eines Löffels. Die Ganache etwa 10-15 Minuten lang fest werden lassen.
  5. Die übrige Ganache ebenfalls auf die Torte gießen und durch leichtes Drehen der Tortenplatte auf der Oberseite verteilen. Die Ganache so wenig wie möglich mit dem Spatel korrigieren, da sie sonst nicht mehr so schön glänzt.
  6. Optional kann die Torte mit der Aufschrift „Sacher“ garniert werden. Ich habe dazu eine Creme aus Zartbitterschokolade und Seidentofu verwendet, die ich noch übrig hatte. Schneller und einfacher geht es mit fertiger Kuchenglasur, die im heißen Wasserbad geschmolzen und in eine Garnierstift-Spritze gefüllt wird. Diese kann dann wie ein Stift zum Schreiben verwendet werden. Optional kannst Du die Torte auch mit fertig gekauftem Schokoladendekor garnieren.
  7. Die Torte in Stücke schneiden und servieren.

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Es ist zugegeben nicht die günstigste Torte, da darin eine ganze 250 ml-Flasche Ahornsirup und mehrere Tafeln gute Zartbitterschokolade stecken. Mir persönlich macht es nichts aus, für hochwertige Zutaten ein bißchen mehr Geld auszugeben. Ich spare das an anderer Stelle wieder ein, da ich insgesamt versuche, nur das zu kaufen, was ich wirklich brauche oder schätze.